#132 Der Tag des Frappé

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#132 Der Tag des Frappé
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Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Sprach-Podcasts! Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute sprechen wir über ein eher ungewöhnliches, aber sehr leckeres Thema: den nationalen Tag des Frappés, am 7. Oktober. Vielleicht habt ihr schon einmal von diesem Getränk gehört – oder vielleicht kennt ihr es sogar sehr gut, wenn ihr schon einmal in Griechenland Urlaub gemacht habt. Der Frappé ist viel mehr als nur ein Kaffee. Er ist ein Symbol für Sommer, Geselligkeit und ein ganz bestimmtes Lebensgefühl. Lasst uns also beginnen und interessanten Wortschatz und Grammatik lernen!

Frappés sind bei allen Altersgruppen und in verschiedenen Geschmacksrichtungen beliebt. Von Cupcake Creme bis Peanut Butter Cup und allem dazwischen sind Frappés zweifellos ein Grundnahrungsmittel in der amerikanischen Kaffeewelt. Daher erscheint es nur fair, diesem legendären Getränk einen ganzen Tag zu widmen.

Komisch ist aber, dass es gar nicht in den USA seinen Ursprung hat, sondern in Griechenland! Wusstet ihr das?

Beginnen wir mit einem kurzen Blick in die Geschichte. Der Frappé wurde in den 1950er Jahren in Griechenland eher zufällig erfunden. Ein Angestellter von „Nestlé“ wollte eigentlich seinen Kaffee zubereiten, aber heißes Wasser war gerade nicht verfügbar.

Not macht bekanntlich erfinderisch. Der Wunsch nach einem Koffeinschub war der Anstoß für Dimitris Vakondios, 1957 auf der Internationalen Messe in Thessaloniki, Griechenland, den ersten Frappé zu mixen. Vakondios vertrat den Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé auf der jährlichen internationalen Ausstellung, auf der Nestlé ein neues Instant-Schokoladengetränk aus Milch vorstellte, das in einem Shaker geschüttelt wurde. Vakondios fand in seiner Pause kein heißes Wasser für seinen üblichen Nescafé Instantkaffee und improvisierte daher, indem er seinen Nescafé mit kaltem Wasser und Eis in einem der Shaker der Ausstellung mischte. Voilà! Das Ergebnis war ein wohltuendes und erfrischendes, schaumiges, kaltes Kaffeegetränk, das zum ersten griechischen Café Frappé wurde. Der klassische griechische Frappé besteht aus löslichem Kaffee, Wasser, Zucker und manchmal Milch. Entscheidend ist das Aufschäumen – entweder mit einem Shaker, einem Mixer oder einem speziellen kleinen Rührgerät. Das Getränk wird dann in ein hohes Glas mit Eiswürfeln gegossen. Was sofort auffällt, ist der dicke Schaum, der sich oben bildet. Ohne diesen Schaum wäre es kein echter Frappé. Ich trinke meinen Frappé immer süß mit Milch.

Aber der Frappé ist nicht nur ein Getränk, er ist ein Teil der Kultur. Wer schon einmal in Griechenland war, kennt bestimmt die vielen Cafés, in denen die Menschen stundenlang sitzen, miteinander reden, Karten spielen oder einfach nur die Sonne genießen. Der Frappé gehört dabei fast immer dazu. Er ist ein Symbol für Ruhe, Geselligkeit und die berühmte griechische Lebenskultur.

Spannend ist auch, dass der Frappé eine Art Kultstatus erreicht hat. In Filmen, Serien und sogar in der Literatur wird er oft als typisches Symbol für den griechischen Alltag dargestellt. Manchmal gilt er sogar als eine Art „Inoffizielles Nationalgetränk“ Griechenlands. Natürlich gibt es noch andere beliebte Getränke, wie zum Beispiel den Ouzo oder den griechischen Mokka, aber im Sommer ist der Frappé unangefochten die Nummer eins.

Der 7. Oktober ist nationaler Frappé-Tag, und ihr könnt darauf wetten, dass Millionen von Menschen ihn bewusst oder unbewusst feiern werden. Das kommt daher, dass es inzwischen zahlreiche Variationen gibt und in Amerika vor allem auch an den Frappuccino angelehnt ist. Was ist aber ein Frappuccino?

Ein Frappuccino ist ein Kompromiss zwischen dem original griechischen Kaffee-Frappé und einem Milchshake. Das Rezept wurde vor 26 Jahren entwickelt. Die einzige Gemeinsamkeit zwischen Frappé und Frappuccino ist eigentlich, dass beide kalte Mixgetränke mit Schaum sind. Frappuccino ist übrigens ein geschützter Begriff einer bestimmten Marke, es gibt aber unendlich viele Ableger mit ähnlichen Namen und ähnlichen Zutaten. Die heute beliebten amerikanischen Versionen des griechischen Frappé enthalten Milch, Sahne oder sogar Eiscreme, gemischt mit Instantkaffee, während der authentische griechische Frappé keine Milchprodukte enthält. Griechen prahlen gerne damit, dass das Wichtigste an einem griechischen Frappé sei, dass er kein Eis, sondern nur zerstoßene Eiswürfel enthält und geschüttelt wird, bis er schäumt.

So feiert ihr den Nationalen Frappé-Tag:

Wenn ihr heute in euer Liebling-Café geht, gönnt euch einfach einen leckeren Frappé – oder ladet vielleicht sogar einen Freund oder einen Fremden ein! Oder vielleicht mixt ihr euch selber einen?

Mixgeräte sind sehr günstig, theoretisch gehen auch einfache Rührstäbe. Versucht euch selbst am perfekten Frappé-Mixen.

Zum Schluss noch eine kleine Reflexion: Der Frappé zeigt uns, wie stark ein Getränk mit einer Kultur verbunden sein kann. Es geht nicht nur darum, Koffein zu trinken, um wach zu werden. Vielmehr geht es um das Erlebnis, das Ritual und die Gemeinschaft. Wenn man einen Frappé bestellt, nimmt man sich Zeit – Zeit für ein Gespräch, für einen Moment der Ruhe oder einfach nur, um den Alltag zu unterbrechen.

Vielleicht habt ihr ja Lust bekommen, selbst einen Frappé auszuprobieren – egal ob heute am 7. Oktober oder an einem warmen Tag im Sommer. Es ist ganz einfach und bringt ein kleines Stück griechisches Lebensgefühl direkt in eure Küche.

Das war’s für heute! Danke, dass ihr dabei wart. Ich hoffe, ihr habt nicht nur etwas über den Frappé gelernt, sondern auch ein bisschen Lust bekommen, die Sprache und Kultur weiterhin zu entdecken. Bis zur nächsten Folge – und vielleicht stoßen wir ja virtuell mit einem Frappé an. Jamas, also Prost!

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